Die Bibel ist über 1000 Seiten dick, enthält 66 Bücher und wurde über viele Jahrhunderte geschrieben. Kein Wunder, dass viele beim ersten Versuch irgendwo im 3. Buch Mose aufgeben. Die gute Nachricht: Du musst die Bibel nicht von vorne bis hinten lesen. Mit dem richtigen Einstieg wird sie zu einem Buch, das dich begleitet. Hier sind sieben praktische Schritte.
1. Nicht auf Seite 1 anfangen
Die Bibel ist eher eine Bibliothek als ein Roman. Die Bücher haben unterschiedliche Gattungen: Geschichtsbücher, Gebete, Briefe, Prophetie. Wer vorne beginnt, trifft nach spannenden Geschichten schnell auf Gesetzestexte und Stammbäume – und verliert den Faden.
Besser: mit einem Evangelium beginnen. Das Markusevangelium ist kurz und lebendig, das Johannesevangelium erklärt, worum es im christlichen Glauben geht. Beide lassen sich in zwei bis drei Wochen lesen.
2. Die passende Übersetzung wählen
Eine Bibel, die du nicht verstehst, legst du bald wieder weg. Für Einsteiger eignen sich gut lesbare Übersetzungen wie die BasisBibel, die Gute Nachricht Bibel oder Hoffnung für alle. Wer Wert auf klassische Sprache legt, greift zur Lutherbibel oder Einheitsübersetzung. Mehr dazu in unserem Ratgeber Welche Bibelübersetzung passt zu mir?.
3. Klein anfangen
Zehn Minuten am Tag sind wertvoller als zwei Stunden einmal im Monat. Lies lieber einen kurzen Abschnitt aufmerksam als drei Kapitel nebenbei. Ein fester Zeitpunkt – morgens mit dem Kaffee, in der Mittagspause, vor dem Schlafengehen – hilft, eine Gewohnheit aufzubauen.
4. Mit Fragen lesen
Bibellesen ist mehr als Informationsaufnahme. Diese drei Fragen helfen bei jedem Text:
- Was steht da? Wer handelt, was passiert, was wird gesagt?
- Was bedeutete das damals? Für wen wurde der Text geschrieben, in welcher Situation?
- Was sagt es mir heute? Gibt es einen Gedanken, eine Frage oder einen Trost für mein Leben?
Diese Methode wird in vielen Bibelkreisen genutzt. Du kannst deine Gedanken auch in ein Notizbuch schreiben.
5. Einen Leseplan nutzen
Ein Leseplan nimmt dir die Entscheidung ab, was du heute liest. Unser Plan Jesus kennenlernen in 7 Tagen ist ein idealer Einstieg. Wer mehr möchte, liest die Psalmen in 30 Tagen oder das Neue Testament in 90 Tagen.
6. Hilfen nutzen – aber nicht zu viele
Einleitungen, Erklärungen und Studienbibeln helfen, Zusammenhänge zu verstehen. Unsere Reihe Bibel verstehen erklärt einzelne Bücher einfach. Wichtig ist aber, dass du zuerst den Bibeltext selbst liest und dir eigene Gedanken machst.
7. Nicht allein lesen
Gemeinsam liest es sich leichter. Viele Gemeinden haben Hauskreise oder Bibelgesprächskreise. Auch zu zweit mit einer Freundin oder einem Freund kann man einen Leseplan machen und sich austauschen.
Häufige Stolpersteine
- „Ich verstehe nichts.“ Das ist normal. Manche Texte erschließen sich erst beim zweiten Lesen oder mit Erklärung. Lies weiter und komm später zurück.
- „Manche Texte sind verstörend.“ Die Bibel erzählt ehrlich auch von Gewalt und Schuld. Es ist erlaubt, Fragen zu haben und sie auszusprechen.
- „Ich habe drei Tage verpasst.“ Kein Problem. Mach einfach weiter. Bibellesen ist kein Wettbewerb.
Häufige Fragen
Wo fange ich an, die Bibel zu lesen?
Am besten mit einem Evangelium, zum Beispiel dem Markus- oder Johannesevangelium. Danach eignen sich die Psalmen, die Apostelgeschichte und das 1. Buch Mose.
Wie lange sollte ich täglich in der Bibel lesen?
Schon zehn Minuten täglich reichen, um eine Gewohnheit aufzubauen. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer.
Welche Bibel ist gut für Anfänger?
Gut lesbar sind BasisBibel, Gute Nachricht Bibel und Hoffnung für alle. Die Lutherbibel und die Einheitsübersetzung sind klassischer. Unsere Empfehlungen findest du im Beitrag „Die beste Bibel für Anfänger“.
Muss ich die Bibel von vorne nach hinten lesen?
Nein. Die Bibel ist eine Sammlung von Büchern. Die meisten Einsteiger beginnen besser mit dem Neuen Testament.
Weiter: Die beste Bibel für Anfänger, Wie ist die Bibel aufgebaut? und unser Bibelvers des Tages.