„Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“ Dieser Satz aus der Bergpredigt ist eine Antwort Jesu auf die Sorgen des Alltags: Essen, Kleidung, Zukunft. Er setzt eine klare Priorität – und verspricht Entlastung.
Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.
Kurz erklärt: Was bedeutet Matthäus 6: 33?
Jesus sagt: Macht Gottes Reich und seine Gerechtigkeit zu eurer ersten Priorität. Dann werdet ihr erleben, dass Gott auch für das Nötige zum Leben sorgt.
„Reich Gottes“ meint Gottes Herrschaft – dort, wo Gottes Wille geschieht, entsteht Heil, Frieden und Gerechtigkeit. Danach „trachten“ heißt: sich danach ausrichten, es suchen, sich dafür einsetzen.
Der Zusammenhang
Der Vers steht in der Bergpredigt (Matthäus 5–7), der großen Rede Jesu über das Leben im Reich Gottes. Kapitel 6 behandelt Themen wie Gebet (das Vaterunser), Fasten, Geld und Sorgen.
Unmittelbar zuvor spricht Jesus über die Vögel unter dem Himmel und die Lilien auf dem Feld (Verse 25–32): Sie sorgen nicht und werden doch versorgt. Und er sagt: „Euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet.“
Der Vers im Kapitel
31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? 32 Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. 33 Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. 34 Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.
Vers 33 ist die positive Antwort auf die Sorgen: Statt „Was werden wir essen?“ soll die erste Frage lauten: „Was ist Gott wichtig?“ Vers 34 ergänzt: Jeder Tag hat genug eigene Last.
Schon vorher (Vers 24) hatte Jesus gesagt, dass man nicht zwei Herren dienen kann – Gott und dem Mammon. Matthäus 6: 33 zeigt, wie die richtige Ordnung aussieht.
Was der Vers für Christen heute bedeutet
Matthäus 6: 33 ist eine Frage nach Prioritäten. In einem Alltag voller Anforderungen hilft er zu fragen: Was ist wirklich das Wichtigste – und was davon ordnet sich dann?
Das heißt praktisch: Zeit mit Gott (Gebet, Bibel), Gerechtigkeit im Umgang mit anderen, Großzügigkeit mit Geld. Viele Menschen erleben, dass sich Sorgen verkleinern, wenn der Blick zuerst auf Gott gerichtet ist.
Der Vers ist keine Aufforderung, Arbeit oder Planung zu vernachlässigen. Die Vögel „säen nicht“ – aber sie suchen trotzdem Nahrung. Es geht um die Frage, was das Herz bestimmt.
Häufige Missverständnisse
„Wer Gott an die erste Stelle setzt, wird reich.“ „Solches alles“ meint das Lebensnotwendige – Essen, Trinken, Kleidung (Vers 31) –, nicht Wohlstand.
„Man muss nicht mehr planen oder arbeiten.“ Jesus kritisiert das Sorgen, nicht das verantwortliche Handeln.
„Reich Gottes“ heißt nur „Himmel nach dem Tod“. In den Evangelien beginnt Gottes Reich schon jetzt – überall dort, wo Gottes Wille geschieht („Dein Reich komme, dein Wille geschehe“).
Ein passendes Gebet
Gebet
Vater im Himmel, du weißt, was ich brauche. Hilf mir, zuerst nach deinem Reich und deiner Gerechtigkeit zu fragen – und dir den Rest anzuvertrauen. Befreie mich von Sorgen, die mich beherrschen. Amen.
Verwandte Bibelstellen
- Matthäus 6: 25–34 – Die ganze Rede über das Sorgen.
- Philipper 4: 6–7 – Sorgen im Gebet abgeben.
- Lukas 12: 31 – Die Parallelstelle bei Lukas.
- Matthäus 6: 10 – Dein Reich komme – aus dem Vaterunser.
- Micha 6: 8 – Was Gott von uns fordert.
Häufige Fragen
Was bedeutet Matthäus 6: 33?
Jesus fordert auf, Gottes Reich und seine Gerechtigkeit an die erste Stelle zu setzen – und verspricht, dass Gott dann auch für das Lebensnotwendige sorgt.
Was ist mit „Reich Gottes“ gemeint?
Gottes Herrschaft, die in Jesus angebrochen ist: Überall, wo Gottes Wille geschieht, entstehen Frieden, Gerechtigkeit und Heil. Sie ist schon jetzt erfahrbar und wird einmal vollendet.
Heißt Matthäus 6: 33, dass man sich nicht um Geld kümmern soll?
Nein. Jesus warnt vor dem Sorgen, das das Herz beherrscht, nicht vor verantwortlichem Handeln. Es geht um die richtige Reihenfolge der Prioritäten.