Das Matthäusevangelium einfach erklärt

Inhalt dieses Beitrags
  1. Das Matthäusevangelium im Überblick
  2. Wer hat das Buch geschrieben?
  3. Wann ist es entstanden?
  4. Historischer Hintergrund
  5. Worum geht es im Matthäusevangelium?
  6. Wichtige Personen
  7. Wichtige Ereignisse und Texte
  8. Die zentrale Botschaft
  9. Schlüsselstellen
  10. Was das Buch heute bedeutet
  11. Häufige Fragen

Das Matthäusevangelium steht am Anfang des Neuen Testaments – und das hat seinen Grund. Es schlägt die Brücke vom Alten zum Neuen Testament und zeigt Jesus als den verheißenen Messias Israels. Hier stehen die Bergpredigt, das Vaterunser und der Missionsbefehl.

Das Matthäusevangelium im Überblick

Das Matthäusevangelium hat 28 Kapitel. Es erzählt das Leben Jesu von seiner Geburt bis zur Auferstehung. Besonders ist, dass Matthäus die Lehre Jesu in fünf großen Reden bündelt – vielleicht in Anlehnung an die fünf Bücher Mose.

Kein anderes Evangelium zitiert so häufig das Alte Testament. Immer wieder heißt es: Dies geschah, damit erfüllt würde, was der Prophet gesagt hat.

Wer hat das Buch geschrieben?

Das Evangelium nennt keinen Verfasser. Die kirchliche Tradition schreibt es seit dem 2. Jahrhundert dem Apostel Matthäus zu, dem früheren Zöllner, den Jesus in seine Nachfolge rief (Matthäus 9: 9).

Viele Forscher gehen davon aus, dass ein judenchristlicher Autor das Werk verfasst hat und dabei das Markusevangelium sowie eine Sammlung von Jesusworten nutzte.

Wann ist es entstanden?

Die meisten Wissenschaftler datieren das Evangelium auf etwa 80–90 n. Chr., einige auch früher. Als Entstehungsort wird oft Syrien, etwa Antiochia, vermutet.

Historischer Hintergrund

Das Evangelium richtet sich wohl an eine Gemeinde aus Juden und Nichtjuden, die nach der Zerstörung des Tempels (70 n. Chr.) ihren Weg suchte. Die Frage war: Wie gehören Israels Geschichte und der Glaube an Jesus zusammen?

Worum geht es im Matthäusevangelium?

Matthäus zeigt Jesus als Sohn Davids und neuen Mose, der Gottes Willen auslegt. Das „Himmelreich“ ist sein zentrales Thema. Am Ende öffnet sich die Botschaft für alle Völker.

KapitelInhalt
1–2Stammbaum, Geburt, Weise aus dem Morgenland
3–4Taufe, Versuchung, erste Jünger
5–7Bergpredigt (1. Rede)
8–10Wunder und Aussendung der Jünger (2. Rede)
11–13Widerstand und Gleichnisse vom Himmelreich (3. Rede)
14–18Petrusbekenntnis und Gemeinderede (4. Rede)
19–25Weg nach Jerusalem und Endzeitrede (5. Rede)
26–28Passion, Kreuz, Auferstehung, Missionsbefehl

Wichtige Personen

  • Jesus – Messias, Lehrer und Sohn Gottes
  • Maria und Josef – Josef erhält im Traum Gottes Weisungen
  • Die Weisen aus dem Morgenland – folgen dem Stern zum Kind
  • Petrus – Sprecher der Jünger, bekennt Jesus als Christus
  • Matthäus – Zöllner, den Jesus beruft
  • Pilatus – römischer Statthalter, der Jesus verurteilt

Wichtige Ereignisse und Texte

  1. Die Weihnachtsgeschichte mit den Weisen (Kapitel 2)
  2. Die Seligpreisungen und das Vaterunser in der Bergpredigt (Kapitel 5–7)
  3. Die Stillung des Sturms (Kapitel 8)
  4. Gleichnisse vom Senfkorn und vom Schatz im Acker (Kapitel 13)
  5. Das Bekenntnis des Petrus (Kapitel 16)
  6. Das Gleichnis vom Weltgericht (Kapitel 25)
  7. Der Missionsbefehl (Kapitel 28)

Die zentrale Botschaft

Jesus ist der Messias, auf den Israel gewartet hat. Mit ihm bricht das Himmelreich an – eine neue Wirklichkeit, in der Gottes Wille geschieht. Wer Jesus nachfolgt, lebt nach der „besseren Gerechtigkeit“ der Bergpredigt: Feindesliebe, Vergebung, Barmherzigkeit.

Das Evangelium beginnt mit „Immanuel – Gott mit uns“ (1: 23) und endet mit der Zusage Jesu, bei den Seinen zu sein „alle Tage“ (28: 20).

Schlüsselstellen

3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. 4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. 6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. 7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 8 Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. 9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. 10 Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr.

Matthäus 5: 3–10 Lutherbibel 1912

Die Seligpreisungen stellen die Maßstäbe der Welt auf den Kopf.

9 Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt. 10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. 11 Unser täglich Brot gib uns heute. 12 Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6: 9–13 Lutherbibel 1912

Das Vaterunser – das Gebet, das Christen weltweit verbindet.

19 Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Matthäus 28: 19–20 Lutherbibel 1912

Was das Buch heute bedeutet

Die Bergpredigt gehört zu den einflussreichsten Texten der Weltgeschichte. Menschen wie Martin Luther King oder Dietrich Bonhoeffer wurden von ihr geprägt.

Für Einsteiger ist das Matthäusevangelium ein guter Startpunkt ins Neue Testament, besonders die Kapitel 5–7.

Häufige Fragen

Wer hat das Matthäusevangelium geschrieben?

Die Tradition nennt den Apostel Matthäus, einen früheren Zöllner. Das Evangelium selbst nennt keinen Verfasser; viele Forscher sehen einen judenchristlichen Autor.

Wie viele Kapitel hat das Matthäusevangelium?

Es hat 28 Kapitel.

Wo steht die Bergpredigt?

In Matthäus 5–7. Eine kürzere Fassung, die Feldrede, steht in Lukas 6.

Warum steht Matthäus am Anfang des Neuen Testaments?

Es galt in der Alten Kirche als ältestes Evangelium und verbindet das Alte mit dem Neuen Testament, beginnend mit dem Stammbaum Jesu bis zu Abraham.

Weitere Evangelien: Markus, Lukas, Johannes. Passend: Matthäus 6: 33 erklärt.

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